
Neulich in einer Werkstatt, irgendwo zwischen Schleifstaub und Kaffeeduft, ist mir etwas aufgefallen. Drei Leute, drei verschiedene Marken Sicherheitsschuhe – aber alle mit dem gleichen Aufkleber auf dem Karton: „Kevlar-Durchtrittschutz“. Vor ein paar Jahren war das noch eher ein Exot. Heute wirkt es fast wie der neue Standard. Und ehrlich gesagt, ich kann ziemlich gut nachvollziehen, warum.
Wer schon ein paar Jahre im Handwerk, in der Industrie oder im Lager unterwegs ist, kennt das: Früher war die durchtrittsichere Sohle fast automatisch aus Stahl. Schwer, stabil, irgendwie “unkaputtbar”, aber halt auch steif wie ein Brett. Man hat es abends in den Knien und im Rücken gespürt.
Mit Kevlar (genauer: textilen Durchtrittschutzlagen auf Basis von Aramidfasern) ist eine Alternative aufgetaucht, die vieles anders macht. Die Schutzfunktion bleibt, aber das Tragegefühl kippt irgendwo von “Panzer” zu “beweglich”. Ich finde, das ist einer der Hauptgründe, warum der Trend so durch die Decke geht.
| Kriterium | Details |
|---|---|
| Material | Textile Aramid- / Kevlar-Schichten statt Stahlplatte |
| Norm | Erfüllt EN ISO 20345 (z.B. S1P, S3), sofern zertifiziert |
| Gewicht | Deutlich leichter als metallischer Durchtrittschutz |
| Beweglichkeit | Sohle bleibt auch beim Knien und Hocken flexibler |
| Metal-Free | Ideal für Logistik, Flughäfen, Sicherheitsbereiche |
Die Frage ist ja: Warum genau jetzt? Kevlar ist nicht brandneu. Aber in den letzten Jahren haben sich mehrere Faktoren überlappt. Zum einen erwarten Beschäftigte heute mehr Komfort. Niemand hat mehr Lust, 10 Stunden in “Bleiklumpen” herumzulaufen. Zum anderen haben Hersteller extrem viel in leichte, sportliche Sicherheitsschuhe investiert.
Dazu kommt: Viele Unternehmen merken, dass Ermüdung, Fußschmerzen und kleine Stolperunfälle am Ende Geld kosten. Ausfalltage, weniger Konzentration, Fehler – alles hängt zusammen. Ein leichter, flexibler Sicherheitsschuh mit durchtrittsicherer Kevlar-Sohle klingt da plötzlich nicht mehr nach Luxus, sondern nach einer ziemlich sinnvollen Investition.
Mir ist aufgefallen, dass vor allem diese Punkte den Trend anfeuern:
„Ehrlich gesagt: Wenn der Schuh nicht bequem ist, trägt ihn keiner gerne – egal wie sicher er ist.“
Eine typische Frage, die ich oft höre: „Ohne Stahl… kann das überhaupt halten?“ Ja, kann es – wenn der Schuh ordentlich geprüft und nach Norm zertifiziert ist. Der Trick ist, dass nicht eine einzelne Platte schützt, sondern mehrere Schichten aus extrem reißfesten Fasern. Die verteilen die Kraft von Nägeln oder scharfen Metallstücken auf eine größere Fläche.
Stell dir vor, du legst mehrere Lagen eines sehr robusten Gewebes übereinander. Ein Nagel versucht, durchzugehen, aber jede Schicht frisst ein Stück Energie. Am Ende reicht die Kraft nicht aus, um bis zum Fuß durchzudringen. So grob vereinfacht funktioniert der textile Durchtrittschutz. Nicht unzerstörbar, aber innerhalb der Normgrenzen sehr zuverlässig.
Mal ganz ehrlich: Auf dem Papier sehen viele Modelle ähnlich aus. In der Praxis merkt man die Unterschiede nach ein paar Stunden. Mit Kevlar-Sohlen bleibt der Schuh beim Abknien, beim Klettern auf der Leiter oder beim Hocken beim Maschinenservice beweglicher. Der Fuß kann natürlicher abrollen.
Ein weiterer Punkt: Geräusch und Temperatur. Metallsohlen können auf kalten Betonböden richtig auskühlen, das zieht von unten in den Fuß. Textile Schichten isolieren etwas besser. Und in manchen Bereichen – zum Beispiel in der Nähe von Metalldetektoren – ist es einfach angenehm, wenn Schuhe nicht ständig Alarm auslösen.
Risikoanalyse machen. Schau dir an, womit ihr es tatsächlich zu tun habt: Nägel, Bleche, Drähte, Schrott, Glas? Je aggressiver die Umgebung, desto wichtiger ist die Qualität des Durchtrittschutzes – egal ob Stahl oder Kevlar.
Normen prüfen. Achte auf EN ISO 20345 und die Kennzeichnungen wie S1P oder S3. Der textile Durchtrittschutz muss explizit geprüft und gekennzeichnet sein. Ohne Prüfzeichen würde ich persönlich nichts kaufen.
Probe tragen, nicht nur anprobieren. Wenn möglich, laufe ein paar Minuten, geh in die Hocke, beuge den Fuß bewusst. Kevlar-Sohlen zeigen ihren Vorteil erst bei Bewegung, nicht nur beim Stehen vorm Spiegel.
Arbeitsumgebung mitdenken. In sehr heißen oder sehr scharfkantigen Umgebungen (z.B. Schrottplätze, Metallverarbeitung) lohnt sich ein genauer Blick auf die Sohlendicke, das Profil und die Kombination aus Laufsohle + Kevlar-Lage.
Metal-free Bedarf klären. Wer oft durch Schleusen, Scanner oder Sicherheitsbereiche muss, profitiert enorm von komplett metallfreien Modellen – Kevlar-Sohle ist da fast Pflicht.
Team einbeziehen. Hol Feedback aus dem Team. Ich habe erlebt, dass eine Marke auf dem Papier top aussah, aber die Belegschaft nach zwei Wochen über Blasen geklagt hat. Praxis schlägt Theorie.
Kevlar-Durchtrittschutz ist keine Mode, sondern eine ernstzunehmende Weiterentwicklung – besonders, was Komfort und Gewicht angeht.
Die Schutzwirkung steht metallischen Einlagen in zertifizierten Modellen in nichts nach, wenn die Norm eingehalten wird.
Weniger Gewicht und mehr Flexibilität bedeuten am Ende des Tages oft weniger Müdigkeit und mehr Konzentration.
Metal-free-Sicherheitsschuhe mit Kevlar-Sohle sind in vielen Branchen mittlerweile fast Standard, gerade in Logistik und Service.
Ja, sofern der Schuh nach EN ISO 20345 zertifiziert ist und die Kategorie (z.B. S1P, S3) einen Durchtrittschutz verlangt. Die Prüfwerte für textile und metallische Einlagen sind in der Norm definiert und werden im Labor getestet.
In Extremfällen und unter Laborbedingungen lässt sich fast alles zerstören. Innerhalb des genormten Prüfbereichs ist der Schutz aber ausreichend. Wichtig ist, hochwertige Modelle zu wählen und beschädigte Schuhe rechtzeitig auszutauschen.
Die Lebensdauer hängt stark vom Einsatz ab. In normal belasteten Bereichen halten sie in der Regel genauso lange. Bei extrem scharfkantigem Schrott oder ständiger Belastung im Bodenbereich sollte man regelmäßige Sichtprüfungen machen.
Nicht automatisch. Es gibt Modelle mit Kevlar-Durchtrittschutz und gleichzeitig Stahlkappe. Wer komplett metal-free braucht, sollte gezielt nach „metal-free“ oder „non-metallic“ Modellen suchen.
Viele merken es nicht nach fünf Minuten, aber nach acht Stunden Schicht merkt man es sehr wohl. Das summiert sich. Zahlreiche Nutzer berichten, dass sich ihre Füße abends weniger „bleischwer“ anfühlen.
Baustelle, Innenausbau, Dachdecker, Lager und Logistik, Instandhaltung, Facility Management, Elektro- und Servicetechniker – überall dort, wo man viel läuft, kniet und regelmäßig mit Nägeln oder spitzen Gegenständen am Boden rechnen muss.
Wenn man sich anschaut, wie sich Arbeit verändert – mehr Tempo, mehr Flexibilität, mehr Wege – dann passt der Trend zur Kevlar-Sohle eigentlich perfekt in die Zeit. Sicherheit bleibt natürlich die Basis, aber Komfort rückt ganz klar nach vorne. Und genau da liefert Kevlar im Durchtrittschutz eine überzeugende Mischung aus Schutz, Beweglichkeit und Leichtigkeit.
Wenn du gerade dabei bist, deine PSA zu überprüfen oder neue Sicherheitsschuhe auszuwählen, lohnt es sich, Modelle mit Kevlar-Durchtrittschutz bewusst auf die Liste zu setzen. Schau dir in Ruhe an, was zu deinem Einsatz passt – und wenn du Inspiration brauchst, findest du bei Arbeitszone eine Menge Beispiele und Produktideen. Deine Füße werden es dir am Ende des Tages danken.
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